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ie Künstliche Intelligenz – manchmal auch als konkurrierende Intelligenz bezeichnet – wühlt derzeit die Menschen auf. Sie nimmt verstärkt Einzug in zahlreiche Lebensbereiche, was durchaus seine Vorteile hat. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Das trifft auch auf KI zu. Können die negativen Seiten dieses technologischen Fortschritts ein Burnout auslösen? Und wie kannst du dich davor schützen?

Inwiefern löst bei manchen KI Ängste aus?

Für manche Menschen gleicht die Künstliche Intelligenz einer Bedrohung, was wiederum Stress bewirkt. Typische Gründe hierfür sind:

  • Unsicherheit über die Zukunft: Aus guten, evolutionären Gründen ist der Mensch dem Unbekannten gegenüber skeptisch eingestellt. Dies dient dem Überleben. Manchmal ist es mehr als eine Skepsis – es entsteht Angst. Das trifft auch auf die rasanten KI-Entwicklungen zu. Wir wissen nicht genau, welche Auswirkungen sie auf Arbeitsplätze, Wirtschaft und Gesellschaft haben. Dadurch entsteht ein Gefühl der Unsicherheit bis hin zu tiefgreifenden Ängsten.
  • Mangelnde Kontrolle: Künstliche Intelligenz ist komplex und schwer verständlich für die Allgemeinheit. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie keine Kontrolle über KI-Systeme haben oder nicht verstehen, wie sie funktionieren, kann dies zu Ängsten führen.
  • Sci-Fi-Einflüsse: Viele Science-Fiction-Filme und -Bücher porträtieren KI als Bedrohung für die Menschheit. Beispiele wie HAL 9000 aus „2001: Odyssee im Weltraum" oder Skynet aus „Terminator" haben das Bild von KI als potenziell feindlich verstärkt.
  • Ethik und Missbrauch: Es gibt legitime Bedenken hinsichtlich ethischer Fragen im Zusammenhang mit KI, wie zum Beispiel Datenschutz, Überwachung und die Möglichkeit von autonom handelnden, unethischen KI-Systemen.
  • Verlust des Arbeitsplatzes: Die Automatisierung durch KI verändert das Arbeitsumfeld und Jobinhalte. Einige Branchen sind bereits von Jobverlusten betroffen und weitere werden es sein. Die Sorge um den eigenen Job und die wirtschaftlichen Auswirkungen rufen Ängste hervor.
KI ist nicht an sich böse. Die eigentliche Angst begründet sich daher nicht in der Maschine, sondern wie Menschen sie einsetzen und missbrauchen können.

Wie kann KI Burnout verursachen?

Künstliche Intelligenz ist ein indirekter Auslöser für ein Burnout, indem sie verschiedene Aspekte der Arbeitsumgebung und -dynamik beeinflusst. Eine der Herausforderungen liegt in Veränderungen am Arbeitsplatz, die durch die Einführung von KI-Systemen ausgelöst werden. Die Automatisierung bestimmter Aufgaben kann Unsicherheit unter den Mitarbeitern hervorrufen. Verstärkt tritt dies auf, wenn Arbeitsfelder neu strukturiert oder durch KI ersetzt werden. Diese Unsicherheit könnte zu einem gesteigerten Stressniveau beitragen, das wiederum ein Risiko für Burnout darstellt.

Ein weiterer Faktor ist die mögliche Arbeitsüberlastung. Wenn die Implementierung von KI nicht reibungslos erfolgt oder wenn Mitarbeiter nicht ausreichend auf die Veränderungen vorbereitet sind, sehen sie sich mit einem erhöhten Arbeitsdruck konfrontiert. Die Notwendigkeit, sich neuen Arbeitsabläufen anzupassen und möglicherweise mehr Verantwortung zu übernehmen, führt nicht selten bei manchen Personen zu einer Überlastung. Sie wiederum nimmt einen negativen Einfluss auf das mentale Wohlbefinden.

Der Mangel an Kontrolle und Autonomie ist ein weiterer potenzieller Stressor. Die Einführung von KI in Arbeitsprozessen sorgt bei manchen Mitarbeitern für den Eindruck, die Entscheidungen von KI nicht verstehen oder beeinflussen zu können. Dieses Gefühl der Entfremdung kann zu Frustration und Unzufriedenheit beitragen, was wiederum das Risiko für Burnout erhöht.

Und ein weiterer Aspekt ist nicht zu vergessen: Setzen Unternehmen KI dazu ein, ihre Mitarbeiter zu überwachen und sie zur fast ständigen Erreichbarkeit zu zwingen, ruft dies rasch Erschöpfungszustände hervor.

Mitarbeiter haben dann das Gefühl, dass sie sich nie wirklich von der Arbeit abkoppeln können.

Angst als Burnout-Auslöser

Wie bereits erwähnt, ist nicht die KI selbst der Burnout-Auslöser, sondern vielmehr die tatsächlichen, möglichen und vermuteten Konsequenzen aus ihrem Einsatz. Dahinter verbergen sich Ängste, die der eigentliche Burnout-Auslöser sind. Doch was macht Angst so stark? Dieses Gefühl führt zu einem anhaltenden Stress, der wiederum die physische und psychische Erschöpfung verstärkt. Und ein Burnout ist in der Regel das Ergebnis von langfristiger Überlastung, bei der die Ressourcen des Individuums erschöpft sind. Oft ist es mit einem Gefühl der Hilflosigkeit und der Unfähigkeit verbunden, mit den beruflichen oder privaten Anforderungen umzugehen. Schließlich stellt sich bei vielen Betroffenen eine emotionale Leere und einer Abnahme der Leistungsfähigkeit als Schutzmechanismus des Körpers ein. Er ist überlastet und brauch eine Pause.

Hierbei darfst du nicht vergessen, dass Burnout eine komplexe Störung ist und verschiedene Faktoren dazu beitragen. Angst ist nur einer von vielen potenziellen Auslösern. Dazu kommt noch eine temporäre oder grundsätzliche geminderte Fähigkeit zur Stressbewältigung, der Hang zum Perfektionismus und eine hohe Arbeitsmoral (was normalerweise eine sehr positive Eigenschaft ist). Weitere ein Burnout begünstigende Faktoren sind eine geringe Fähigkeit zur Delegation von Aufgaben, ständige Selbstkritik und Schwierigkeiten beim Nein-Sagen.

7 Tipps: Wie kann ich mich vor einem Burnout durch KI schützen?

Um dich selbst vor einem Burnout durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zu schützen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Hier ein paar Tipps:

  1. Informiere dich umfassend über die KI-Systeme, die in deinem Arbeitsumfeld eingesetzt werden. Ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise von KI kann Unsicherheit reduzieren und dir helfen, besser mit den Veränderungen umzugehen.
  2. Entwickle effektive Selbstmanagement-Fähigkeiten, um deine Arbeitsbelastung zu bewältigen. Setze klare Prioritäten, arbeite mit realistischen Zielen und lerne, Pausen und Erholungsphasen in deinen Arbeitsalltag zu integrieren.
  3. Setze klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Achte darauf, dass du ausreichend Zeit für Erholung, Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte einplanst. Die Balance zwischen beruflichem Engagement und persönlichem Wohlbefinden ist entscheidend.
  4. Tausche dich regelmäßig mit deinen Vorgesetzten über deine Arbeitsbelastung und eventuelle Herausforderungen aus. Offene Kommunikation ist der Schlüssel, um frühzeitig Unterstützung zu erhalten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
  5. Investiere in deine berufliche Entwicklung und bleibe auf dem neuesten Stand bezüglich der Entwicklungen in deinem Bereich. Die Fähigkeit, sich kontinuierlich weiterzubilden, stärkt nicht nur deine berufliche Position, sondern kann auch das Selbstbewusstsein steigern. Das ist ein toller Burnout-Schutz.
  6. Nimm dir bewusst Pausen während der Arbeit, um kurz abzuschalten und Energie zu tanken. Überarbeitung und ständige Anspannung tragen zur Burnout-Entwicklung bei.
  7. Erlerne und praktiziere Techniken zur Stressbewältigung wie Atemübungen, bewusstes Spazierengehen oder Yoga. Sport im Allgemeinen hilft sehr dabei, kein Burnout zu entwickeln.

KI als Werkzeug gegen das Burnout verwenden

Und weiß du was? So viele Unsicherheiten die KI auch mitbringt, sie lässt sich gezielt zur Vorsorge vor einem Burnout nutzen. Wie? Eine der Möglichkeiten besteht darin, sie für die Automatisierung von repetitiven und zeitraubenden Aufgaben einzusetzen. Indem KI diese Aufgaben übernimmt, reduzierst du deine Arbeitsbelastung und stärkst deine mentale Gesundheit. Du hast mehr Raum für kreativere und anspruchsvollere Tätigkeiten, was das Wohlbefinden verbessert.

Darüber hinaus hilft KI dabei, Ressourcen effizienter zu managen. Intelligente Algorithmen analysieren Daten, um optimale Arbeitszeiten, Budgetverteilungen und Personaleinsätze vorzuschlagen. Durch diese präzise Planung umgehst du Überlastungen und optimierst Arbeitsprozesse.

Ein weiterer Aspekt ist die Fähigkeit von KI, Stressmuster zu erkennen. Durch die Analyse von Verhaltens- und Interaktionsdaten identifiziert die KI frühzeitig Anzeichen von Überlastung oder Symptome von Stress. Damit hast du ein persönliches Warnsystem, was dir – und deinen Mitarbeiter – dabei hilft, einem Burnout vorzubeugen.

Trotz dieser vielversprechenden Ansätze ist es wichtig zu erwähnen, dass KI allein nicht ausreicht, um ein Burnout zu verhindern. Ein ganzheitlicher Ansatz, der organisatorische Maßnahmen, soziale Unterstützung und die Förderung eines gesunden Arbeitsumfelds einschließt, ist entscheidend. Zudem müssen ethische Richtlinien gewahrt werden, um sicherzustellen, dass der Einsatz von KI im Einklang mit den individuellen Bedürfnissen und der Privatsphäre steht. Hier ist der einzelne Mitarbeiter ebenso gefragt wie die Unternehmensleitung und die direkten Vorgesetzten.

Weitere Informationen und Quellen zum obigen Thema:

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Wichtiger Hinweis: Die hier angebotenen Informationen und Gedankenanstöße dienen lediglich der Orientierung und ersetzen keine qualifizierte, medizinische, heilpraktische oder anderweitige fachliche Beratung, falls du oder jemand, dem du helfen möchtest, an einem Burnout leidet.

Photo by Igor Omilaev on Unsplash

Publiziert am
Nov 21, 2023
 in Kategorie:
Maßnahmen

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