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er Begriff Burnout wird zumeist mit dem Thema Arbeit verbunden. Jemand hat zu viel Stress im Job und dann kommen auch noch private Probleme dazu. Diese Überforderung macht letztlich krank – körperlich und psychisch. Längst ist jedoch bekannt, dass ebenfalls Mütter, Studenten und Schüler unter dem chronischen Erschöpfungszustand leiden können. Darüber hinaus kann ein Todesfall ein Burnout-Auslöser sein. Der Tod einer geliebten Person ist das Schlimmste, was jemandem passieren kann. Der Körper und der Geist geraten in eine Ausnahmesituation, die sich auch als Stress bezeichnen lässt. Wie dieser Stress bewältigt wird, hängt von den persönlichen Mechanismen zur Trauerbewältigung ab.

Die Trauerbewältigung

Trauer gehört zu unserem Leben. Besonders groß ist sie, wenn wir einen bedeutenden Menschen verloren haben. Der Tod ist endgültig. Er lässt sich nicht zurücknehmen. Gerade aus diesem Grund ist es so schwer, ihn zu akzeptieren. Doch die meisten Menschen lernen, mit ihm umzugehen. Das braucht Zeit und Geduld, aber es ist möglich. Bei anderen Personen ist die Trauer so tief und der Schmerz so heftig, dass die Trauerarbeit nicht erfolgreich gelingt. Stattdessen verharrt dieser Mensch in seinem unermesslichen Schmerz. Genau dieser Schmerz und die Ausweglosigkeit können ein Burnout bewirken.

Trauerbewältigung verläuft wellenförmig

Die Trauerbewältigung verläuft in wellenförmigen Phasen. Der Betroffene pendelt zwischen Sehnsucht, Kummer und Leere. Dies sind verlustbezogene Prozesse. Darüber hinaus stellen sich wiederherstellungsbezogene Prozesse ein, zu denen Ablenkung, Verdrängung und das Schmieden von Plänen gehören. Insbesondere beim Verlust des Partners oder des eigenen Kindes kann sich im Rahmen der Trauer ein Burnout entwickeln. Oft sind es nur die Anfangsstadien des Erschöpfungszustandes und der Betroffene erholt sich mit der Zeit, obgleich Rückschläge immer wieder auftreten.

Einige Trauernde kommen aus der Trauer nicht heraus und entwickeln ein stärkeres Burnout, was sich über Jahre hinwegzieht.

Dieses geht oft mit Symptomen wie Rückzug von gesellschaftlichen Ereignissen, Lustlosigkeit, psychosomatischen Störungen, Kündigung des Jobs und Suizidgedanken einher. Was jetzt? Der Burnout-Patient findet keine Linderung seines Schmerzes. Die Trauer macht ihn damit nachhaltig krank, da er keine Mechanismen hat, um mit dieser besser umzugehen.

Ohne Hilfe geht es kaum

Trauer zu bewältigen, ist nicht leicht. Für niemanden. Wer deswegen gar ein Burnout entwickelt, hat es noch schwerer. Sie kämpfen gleichzeitig an mehreren Fronten, was sehr erschöpfend ist. Energie dazu haben sie jedoch kaum. Umso wichtiger ist die Hilfe von außen. Das können Angehörige, Freunde oder Selbsthilfegruppen sein.

Ein Mensch, der wegen eines Trauerfalls ein Burnout entwickelt hat, muss seine Psyche neu justieren.

Er muss Verhaltensweisen entwickeln, die ihm ermöglichen, besser mit der Trauer umzugehen. Was nicht hilft, sind „kluge“ Ratschläge wie „Du musst nach vorne schauen“ oder „Irgendwann wird das schon.“ Aussagen, wie diese, sind alles andere als hilfreich. Stattdessen benötigt der Betroffene das richtige, mentale Handwerkszeug, um mit dem Verlust umzugehen. Hierfür muss er begreifen, dass es keine Regeln bei der Trauerbewältigung gibt.

Niemand kann und sollte jemanden vorschreiben, wie lange und wie er seinen Kummer zeigen soll.

Der Trauernde muss dem Schmerz Raum geben und darf ihn nicht verdrängen. Tut er dies, bricht die Trauer irgendwann mit brachialer Gewalt aus. Freunde und Bekannte können hilfreich zur Seite stehen, indem sie Verständnis und Einfühlungsvermögen zeigen.

Tipps gegen ein Burnout durch Todesfall

Folgende Tipps können dabei helfen, kein Burnout durch einen Todesfall zu entwickeln:

  • Die Trauer nicht verdrängen oder durch Nahrungsmittel, Suchtmittel oder Arbeit überspielen. Wer die eigenen Gefühle so ausklammert, stellt sich dem Verlust nicht wirklich. Unterschwellig kann sich so ein Burnout entwickeln.
  • Es ist wichtig, sich selber Zeit zu geben. Niemand sollte sich wie ein Getriebener fühlen, wenn es um Trauerarbeit geht.
  • Soziale Kontakte sind bei der Trauerarbeit sehr wichtig. Isolation in dieser Phase kann zu schweren Burnout-Verläufen führen.
  • Unerlässlich ist es, sich um sich selbst gut zu kümmern. Das beginnt bei einer ausgewogenen Ernährung und endet mit ausgedehnten Spaziergängen.
  • Keine geliebten Hobbys sollte langfristig der Trauer zum Opfer fallen. Sie haben Freude bereitet und Freude darf ein Trauernder empfinden.
  • Der Blick nach vorn ist sehr wichtig. Häufig ist er erst möglich, wenn der Trauernde bei der Trauerarbeit weiter fortgeschritten ist.
  • Radikale Veränderungen nach einem Todesfall helfen in der Regel nicht bei der Trauerarbeit. Wer die Rahmenumstände verändert, vermisst einen geliebten Menschen nicht weniger. Besser ist es daher, sich ein wenig Zeit zu nehmen. Eine emotionale Vermeidung durch eine radikale Veränderung zieht die Trauerarbeit nur in die Länge.
  • Ganz wichtig ist für Trauernde, das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu stärken. Betroffene entwickeln oft das Gefühl, nutzlos oder hilflos zu sein. Diese „Opferrolle“ kann ein Burnout heraufbeschwören. Um nicht in ein endloses Selbstmitleid zu fallen, ist die Förderung des Selbstwertgefühls unerlässlich.

An all den Tipps zeigt sich, wie wichtig es ist, die Trauerarbeit tatsächlich anzugehen. Es ist kein leichtes Unterfangen, was keinen zusätzlichen Stress bedeuten sollte. Jeder geht sein eigenes Tempo. Hilfe von außen ist wünschenswert, denn niemand sollte mit großer Trauer allein sein.

Obiges Konzept Burnout nach Todesfall hier auch als Infografik. Klicke auf den Lnk oder auf das Bild für einen großen PDF Anblick, und der Möglichkeit die infografik zu drucken. Hier findest Du alle unsere Burnout infografiken.

Infografik Burnout Nach Todesfall: Wenn Die Traurigkeit Geist Und Körper Erfasst


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Photo by Hennie Stander on Unsplash

Publiziert am
Oct 19, 2020
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